Allgemeine Informationen zur Analyse
Testkonzept – was misst der Basic Check®?
Der Basic Check® ist eine berufsneutrale Eignungsanalyse, mit der schulische Kompetenzen sowie zugrundeliegende kognitive Fähigkeiten erfasst werden und die je nach Berufswunsch oder Einsatzkontext durch optionale Module individuell erweitert werden kann.
Wissenschaftliche Fundierung und Praxisbezug
Der Basic Check® ist wissenschaftlich fundiert und zugleich konsequent praxisorientiert entwickelt. Die Testkonzeption stützt sich auf etablierte Intelligenztheorien, insbesondere die CHC‑Theorie (Cattell‑Horn‑Carroll; McGrew, 2009)1. Kognitive Fähigkeiten gelten allgemein als besonders aussagekräftig für die Vorhersage von Ausbildungs‑ und Berufserfolg und zählen zu den bestuntersuchten Prädiktoren in der Eignungsdiagnostik (z. B. Schmidt et al., 20162; Sackett et al., 20213).
Die jährlich stattfindende statistische Qualitätsüberprüfung und Weiterentwicklung des Basic Check® erfolgen gemäss den Richtlinien der berufsbezogenen Eignungsdiagnostik (DIN 33430). Dadurch wird gewährleistet, dass der Test sowohl wissenschaftlichen Qualitätsstandards als auch den praktischen Anforderungen aus Berufsbildung, Orientierung, Abklärung und Rekrutierung gerecht wird.
So wurde der Basic Check®, parallel zur wissenschaftlichen Fundierung, in engem Austausch mit der Praxis (weiter-)entwickelt. In Zusammenarbeit mit OdAs, Berufsbildungsverantwortlichen sowie Praxisexpertinnen und ‑experten wurden die Inhalte überprüft und an aktuelle Anforderungen angepasst. Im Bereich der schulischen Kompetenzen (Sprachen und Mathematik) orientiert sich der Test ausserdem an den geltenden Lehrplänen, insbesondere am Lehrplan 21, um eine hohe Anschlussfähigkeit an schulische Lerninhalte sicherzustellen.
Aufbau des Tests: Basismodul und optionale Module
Der Basic Check® besteht aus zwei Teilen:
- Basismodul: Erfasst werden Kompetenzen in der Schulsprache (Deutsch), Mathematik sowie basale kognitive Fähigkeiten. Dieses Modul wird von allen Teilnehmenden absolviert.
- Optionale Module: Ergänzend können – je nach Fragestellung und Kontext – bis zu fünf optionale Module ausgewählt werden: Fremdsprache Englisch, Fremdsprache Französisch (bzw. Deutsch), Praktisches Technikverständnis, Digitale Praxiskompetenzen und Praktisches Problemlösen.
Abbildung 1: Basic Check® Module
- Sprachkompetenzen Deutsch erfasst die Fähigkeit, geschriebene Texte zu verstehen, sie zu nutzen und über ihre Inhalte zu reflektieren (Leseverstehen). Darüber hinaus wird verlangt, den Inhalt von Aussagen grammatikalisch und orthografisch korrekt zu bestimmen (Grammatik), das Verständnis über die Bedeutung unterschiedlicher Begrifflichkeiten (Wortschatz) unter Beweis zu stellen und einen Text frei zu formulieren (Textschreiben).
- Mit den Mathematikkompetenzen wird das grundlegende Wissen um mathematische Grundbegriffe, Methoden und Ergebnisse erfasst. Das Gebiet beinhaltet Aufgaben aus den Bereichen Algebra, Geometrie, Sachrechnen und dem allgemeinen Zahlenverständnis (wie bspw. Grössen).
- Das Gebiet Kognitive Fähigkeiten erfasst vier unterschiedliche Aspekte der allgemeinen kognitiven Leistungsfähigkeit, welche das Lernen von fachspezifischen Inhalten in der Lehre begünstigen können: Das schlussfolgernde Denken (Logik), die Aufmerksamkeit (willentliche, gezielte Fokussierung auf eine Aufgabe), das räumliche Vorstellungsvermögen (Wahrnehmung, Speicherung und Rotation von Figuren) und das Arbeitsgedächtnis (Speicherung und Weiterverarbeitung von einer begrenzten Anzahl an Informationen).
- Unter den Kompetenzen in den Fremdsprachen Französisch und Englisch wird die Fähigkeit verstanden, geschriebene Texte zu verstehen, Aussagen grammatikalisch korrekt zu formulieren und Begrifflichkeiten die korrekte Bedeutung zukommen zu lassen.
- Unter Praktischem Technikverständnis wird grundlegendes und praxisnahes Verständnis von Themen der Naturwissenschaften verstanden, wie beispielweise technische, physikalische und mechanische Vorgänge, mit dem Fokus auf deren Anwendung.
- Die Digitalen Praxiskompetenzen erfassen die grundlegenden Kenntnisse in der Informationstechnik, wie den sicheren Umgang mit digitalen Medien im Alltag, das Erkennen und Beheben einfacher Probleme sowie das Verständnis über Chancen und Risiken von Medien in unserer Gesellschaft.
- Unter Praktischem Problemlösen wird die Fähigkeit verstanden, in typischen Alltagssituationen schnelle und praktische Lösungen zu finden. Dabei geht es darum Handlungen unter der Berücksichtigung von Umständen und Bedingungen (zeitlich, materiell und räumlich) vorauszuplanen und Abläufe zu ordnen.
Unternehmen wird empfohlen, in den Bewerbungsinformationen anzugeben, welche optionalen Module für eine Bewerbung relevant sind, bzw. in einem Beruf gewünscht sind. So lassen sich die Ergebnisse gezielt auf die beruflichen Anforderungen ausrichten und sinnvoll vergleichen.
Dieser Text könnte beispielsweise wie folgt lauten: Für unsere Ausbildung als Logistiker EFZ erwarten wir den Basic Check®. Zusätzlich bitten wir um das optionale Modul Praktisches Problemlösen, da dieses wichtige Anforderungen des Berufs abbildet.
Zielgruppe und Einsatzbereiche
Der Basic Check® richtet sich an Jugendliche ab Ende der 8. Klasse und Erwachsene, bei denen aufgrund ihres schulischen und kognitiven Profils davon ausgegangen wird, dass sie voraussichtlich eine EFZ‑Lehre anstreben oder absolvieren können. Entsprechend liegt der Schwerpunkt des Verfahrens klar im EFZ‑Bereich. Gleichzeitig werden mit dem Matching Tool auch passende EBA‑Lehren sowie deren Anforderungen ausgegeben. Dies ermöglicht es, im Orientierungs‑ oder Abklärungskontext realistische Alternativen zu berücksichtigen und verschiedene Ausbildungsverläufe fundiert gegenüberzustellen. Darüber hinaus hat sich der Basic Check® als bewährtes Rekrutierungsinstrument insbesondere im handwerklichen und gewerblichen Umfeld etabliert und ergänzt das Bewerbungsdossier mit ausgewählten optionalen Modulen sinnvoll – etwa neben Eindrücken aus Schnuppertagen, Bewerbungsgesprächen oder weiteren Rekrutierungsinformationen.
- Orientierungskontext
- Abklärungs‑ und Neuorientierungskontext
- Rekrutierungskontext
Der Basic Check® ist eine berufsneutrale Eignungsanalyse, die im frühen Berufswahlprozess eingesetzt werden kann, wenn noch keine klare Entscheidung für ein konkretes Berufsfeld vorliegt. Ziel in diesem Kontext ist die breite Standortbestimmung grundlegender kognitiver und schulnaher Kompetenzen.
Eine besonders sinnvolle Kombination ergibt sich mit der WayFi® Berufswahlanalyse: Während die WayFi® Berufswahlanalyse die Interessen der Jugendlichen abbildet, liefert der Basic Check® eine objektive Einschätzung ihrer Fähigkeiten. Dadurch können Interessen und Leistungsprofil systematisch miteinander verknüpft werden. Zusätzlich ermöglichen die optionalen Module (z. B. Fremdsprachen oder praxisorientierte Kompetenzen) eine individuelle Vertiefung des Profils. Je nach Unsicherheit im Berufswahlprozess kann so ein breiteres oder gezielteres Bild der vorhandenen Fähigkeiten gewonnen werden.
Die Ergebnisse werden mit einer Schweizer Gesamtstichprobe verglichen, wodurch Jugendliche eine normbasierte Rückmeldung zu ihrem Leistungsniveau erhalten.
In Kombination mit dem Matching Tool ermöglichen die Resultate eine systematische Gegenüberstellung individueller Fähigkeiten mit den Anforderungen von über 200 Ausbildungsberufen. Dadurch entsteht eine evidenzbasierte Grundlage, um passende Berufsfelder zu identifizieren und erste berufliche Optionen einzugrenzen.
Der Basic Check® ist somit besonders geeignet, wenn
- die beruflichen Interessen noch offen oder unsicher sind,
- Interessen (WayFi®) und Fähigkeiten gemeinsam betrachtet werden sollen,
- ein differenziertes Fähigkeitsprofil inkl. optionaler Vertiefungen gewünscht ist,
- eine neutrale, breit angelegte Einschätzung benötigt wird, die auch den Bewerbungsunterlagen beigelegt werden kann.
Im Abklärungs- und Neuorientierungskontext wird der Basic Check® eingesetzt, um eine fundierte diagnostische Einschätzung der Voraussetzungen für eine berufliche Ausbildung und der Passung zu beruflichen Anforderungen zu ermöglichen. Im Unterschied zur klassischen Berufsorientierung verfügen viele Personen in diesem Kontext bereits über erste berufliche Erfahrungen oder eine abgeschlossene bzw. abgebrochene Ausbildung. Ziel ist daher weniger eine erste Orientierung als vielmehr eine Neubeurteilung des Fähigkeitsprofils im Hinblick auf alternative berufliche Perspektiven.
Der Basic Check® erfasst zentrale kognitive Grundkompetenzen sowie – je nach Zusammenstellung – praxisnahe und anwendungsorientierte Fähigkeiten. Durch den Einsatz optionaler Module kann die Abklärung gezielt auf relevante Kompetenzbereiche erweitert werden, insbesondere wenn der bisherige berufliche Hintergrund bereits gewisse Stärken oder Einschränkungen vermuten lässt.
Die standardisierte Durchführung und Normierung ermöglichen eine objektive Einordnung der individuellen Leistung im Vergleich zu einer breiten Referenzgruppe. Dadurch entsteht eine verlässliche Grundlage, um realistische Ausbildungs- und Integrationsmöglichkeiten abzuleiten.
In Kombination mit dem Matching Tool können die Ergebnisse systematisch mit unterschiedlichen Berufsanforderungen abgeglichen werden. In Verbindung mit der WayFi® Berufswahlanalyse lassen sich dabei zusätzlich Interessen und Fähigkeiten gemeinsam betrachten, sodass nicht nur leistungsbezogene, sondern auch motivationale Aspekte in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Dies unterstützt dabei, tragfähige und passende Anschlusslösungen zu entwickeln, Über- oder Unterforderung zu vermeiden und neue berufliche Optionen evidenzbasiert zu begründen.
Der Basic Check® eignet sich in diesem Kontext besonders, wenn
- eine Neuorientierung nach veränderten Rahmenbedingungen erforderlich ist,
- die Voraussetzungen für eine berufliche Ausbildung objektiv eingeschätzt werden sollen,
- die Passung zu alternativen Berufen systematisch geprüft werden muss,
- eine fundierte Grundlage für Förder-, Zuweisungs- oder Integrationsentscheide benötigt wird.
Im Rekrutierungskontext wird der Basic Check® als standardisiertes Instrument zur vergleichbaren Einschätzung von Bewerbenden eingesetzt und bildet einen Bestandteil eines mehrstufigen Auswahlverfahrens.
Als berufsneutrale Eignungsanalyse ermöglicht der Basic Check® einen direkten Vergleich von Kandidatinnen und Kandidaten unabhängig vom konkreten Berufswunsch oder Berufsfeld. Dies stellt insbesondere bei Unternehmen einen Vorteil dar, die mehrere unterschiedliche Berufe ausbilden oder Bewerbende aus verschiedenen schulischen und beruflichen Hintergründen beurteilen.
Durch den Einsatz optionaler Module kann der Basic Check® gezielt auf die Anforderungen eines Unternehmens zugeschnitten werden, indem nur diejenigen Kompetenzbereiche geprüft werden, die für die jeweilige Ausbildung relevant sind. Dies ermöglicht eine flexible und gleichzeitig standardisierte Erhebung zentraler Fähigkeiten. Es wird empfohlen, die gewünschten optionalen Module direkt bei der Lehrstellenausschreibung anzugeben.
Der Einsatz ist besonders verbreitet im gewerblichen und handwerklichen Bereich, wo unterschiedliche Berufsprofile teilweise sehr heterogene Anforderungen aufweisen. Durch die Kombination aus modularer Anpassung und berufsübergreifender Normierung entsteht eine einheitliche Vergleichsbasis, die eine strukturierte Vorauswahl über verschiedene Berufe hinweg ermöglicht. Im Unterschied zu berufsspezifischen Verfahren erlaubt der Basic Check® daher eine breitere Einsetzbarkeit bei gleichzeitig hoher Vergleichbarkeit der Ergebnisse. Dies ist insbesondere dann relevant, wenn kein spezifischer Eignungstest für ein einzelnes Berufsfeld benötigt wird oder wenn eine erste Vorauswahl über verschiedene Berufe hinweg erfolgen soll.
Die Ergebnisse liefern eine differenzierte Einschätzung grundlegender kognitiver und – je nach Zusammenstellung – praxisnaher Kompetenzen. In Kombination mit weiteren Auswahlinstrumenten (z. B. Bewerbungsdossier oder Schnupperlehre) unterstützt der Basic Check® dabei, fundierte und nachvollziehbare Rekrutierungsentscheidungen zu treffen.
Der Basic Check® eignet sich in diesem Kontext besonders, wenn
- eine vergleichbare Einschätzung von Bewerbenden über verschiedene Berufe hinweg erforderlich ist,
- Kandidat*innen aus unterschiedlichen Hintergründen beurteilt werden,
- ein breit einsetzbares und berufsneutrales Verfahren gesucht wird,
- eine strukturierte Vorauswahl im gewerblichen oder handwerklichen Bereich erfolgen soll.
Normierung
Zur fundierten Interpretation der individuellen Ergebnisse werden diese mit den Leistungen einer Referenzstichprobe verglichen. Diese umfasst Personen, die sich ebenfalls in einem (Um‑)Orientierungs- oder Bewerbungsprozess befanden und den Basic Check® absolviert haben, und bildet die Grundlage der Normierung.
Der Basisteil des Basic Check® wurde auf Basis einer Testperiode normiert und umfasst eine Stichprobe von 1027 Personen im Alter von 14 bis 59 Jahren (Mittelwert = 17, SD = 6, Anteil weiblich = 27%, Anteil männlich = 73%).